Untere Mittelklasse: Limousinen und Merkmale

Ältere, heute seltener verwendete Bezeichnung für Fahrzeuge an der Grenze zwischen Kompakt- und Mittelklasse.
Was die Untere Mittelklasse ausmacht
Die untere Mittelklasse ist eine Klassenbezeichnung, die vor allem in älteren Einteilungen und in der Fachpresse vorkommt. Gemeint sind Fahrzeuge, die oberhalb der Kleinwagen und am Übergang zwischen Kompaktklasse und Mittelklasse angesiedelt sind. In vielen Darstellungen wird sie mit der Kompaktklasse gleichgesetzt.
In der heutigen Segmentstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes gibt es kein eigenes Segment mit diesem Namen; die entsprechenden Modelle verteilen sich auf Kompaktklasse und Mittelklasse. Im europäischen Buchstabenschema werden sie meist dem C-Segment zugeordnet, größere Vertreter auch dem D-Segment. Eine einheitliche Abgrenzung existiert nicht.
Der Begriff ist vor allem für die historische Einordnung nützlich. Viele Limousinen früherer Jahrzehnte wurden damals als untere Mittelklasse vermarktet, obwohl sie nach heutigem Verständnis eher kompakt sind. Auch im internationalen Vergleich taucht die Bezeichnung auf, etwa für Stufenheckmodelle in Asien oder Osteuropa.
- Übergangsklasse zwischen Kompakt- und Mittelklasse
- Kein eigenes Segment in der aktuellen KBA-Statistik
- Historisch oft Stufenhecklimousinen
- Uneinheitliche Abgrenzung je nach Quelle
- Begriff vor allem in Fachpresse und Rückblicken
Die Limousine in der Unteren Mittelklasse
Historisch war die Stufenheck-Limousine in der unteren Mittelklasse weit verbreitet. Viele Modelle der 1950er- bis 1970er-Jahre wurden als zwei- oder viertürige Limousinen angeboten und richteten sich an Familien, die mehr Komfort als im Kleinwagen suchten.
Heute fällt dieser Bereich weitgehend in die Kompaktklasse, wo Limousinen in Europa nur einen kleineren Anteil haben. Auf Märkten wie China, Südostasien oder Osteuropa ist die kompakte Stufenhecklimousine dagegen weiterhin ein wichtiges Format. Für die Einordnung älterer Modelle in einer Limousinen-Datenbank bleibt die Bezeichnung untere Mittelklasse deshalb hilfreich, auch wenn sie in aktuellen Statistiken nicht mehr auftaucht.
So haben sich die Maße entwickelt
| Jahrzehnt | Modelle | Länge | Leistung | Leergewicht |
|---|---|---|---|---|
| 1900er | 11 | 3.800 mm | 10 kW | 1.125 kg |
| 1910er | 7 | 3.800 mm | 13 kW | 890 kg |
| 1920er | 18 | 3.691 mm | 22 kW | 864 kg |
| 1930er | 33 | 4.020 mm | 25 kW | 900 kg |
| 1940er | 7 | 3.962 mm | 26 kW | 889 kg |
| 1950er | 21 | 4.095 mm | 36 kW | 965 kg |
| 1960er | 29 | 4.045 mm | 55 kW | 915 kg |
| 1970er | 17 | 4.166 mm | 68 kW | 991 kg |
| 1980er | 3 | 4.130 mm | k. A. | 1.030 kg |
| 2010er | 3 | 4.501 mm | 77 kW | k. A. |
Zwischen den 1900er- und den 2010er-Jahren wuchs die typische Länge von 3.800 auf 4.501 mm. Die Werte beziehen sich auf die jeweils längste Variante eines Modells.
Geschichte
In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg war die Einteilung der Pkw-Klassen weniger standardisiert als heute. Fahrzeuge, die mehr Platz und Komfort als ein Kleinwagen boten, aber nicht die Größe einer typischen Mittelklasselimousine erreichten, wurden häufig als untere Mittelklasse bezeichnet.
Viele Hersteller boten in diesem Bereich klassische Stufenhecklimousinen an, zwei- oder viertürig, oft mit Hinterradantrieb. Mit dem Siegeszug des Frontantriebs und der Schrägheckmodelle in den 1970er-Jahren verschob sich die Klassenlogik, und die Kompaktklasse etablierte sich als eigener Begriff.
Seitdem wird die untere Mittelklasse vor allem rückblickend oder in Testberichten verwendet. Mit dem stetigen Wachstum der Fahrzeuge verschwimmt die Grenze zusätzlich, weil heutige Kompaktwagen Abmessungen erreichen, die früher als Mittelklasse galten.
Marken mit den meisten Modellen
Jüngste Modelle der Klasse
2010–2013
1972–1980
1960–1980
1959–1971
1938–2003
1934–1936
1932–1938
1916–1922
1909–1940
Häufige Fragen
Ist die untere Mittelklasse dasselbe wie die Kompaktklasse?
In vielen Darstellungen werden beide Begriffe gleichgesetzt. Untere Mittelklasse ist die ältere, weniger gebräuchliche Bezeichnung.
Führt das KBA eine untere Mittelklasse?
Nein, in der aktuellen KBA-Segmentstatistik gibt es kein eigenes Segment mit diesem Namen.
Welches europäische Segment passt dazu?
Meist das C-Segment, größere Modelle werden teils dem D-Segment zugeordnet.